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Katholischer Seelsorgebereich Frankenwald:Zwischen neuem Anfang und ewiger Hoffnung

Pfarrer Anton Heinz
Datum:
Veröffentlicht: 4.4.26
Von:
Anton Heinz
Auferstehung ist mehr als ein Wort – sie begegnet uns überall dort, wo Menschen neuen Mut, neue Kraft und neues Leben finden. Doch Ostern verheißt noch mehr: eine Auferstehung, die alles übersteigt, was wir uns vorstellen können, und unser Leben in ein neues Licht stellt. Schon heute trägt unser Alltag Spuren des Himmels in sich – als Vorgeschmack auf das, was uns verheißen ist.

Liebe Schwestern und Brüder,

Auferstehung - das ist ein Wort, das bei uns eine vielfältige Bedeutung hat. Jemand, der vollkommen am Boden gewesen ist und nun wieder neuen Mut erfährt; jemand, der schwer krank, war und dann doch wieder neue Kraft gewinnt und gesund wird; jemand, der durch einen Unfall nur haarscharf am Tode vorbeigekommen ist – der sein Leben als noch einmal geschenkt begreift. All diese Menschen können von einer „Auferstehungs-Erfahrung“ reden.

Noch vielmehr Beispiele lassen sich finden, Erfahrungen, die Menschen in Not, im Krieg oder in psychischen Extremsituationen gemacht haben; und die in eine „Auferstehung“ münden.

Es tut gut, von solchen Erlebnissen zu erzählen. Es ist wichtig, da auch in Ruhe hinzuhören. Alle unsere Erfahrungen von neugewonnenem Mut oder neu geschenktem Leben sind eher vergleichbar mit der Erweckung des Lazarus. Ihm wird noch einmal sein irdisches Leben zurückgegeben. Aber die Auferstehung Jesu – und damit auch unser eigenes Schicksal – ist anders: Wir erstehen nicht mehr zu diesem Leben. Wir bekommen keine zweite Chance, denn das würde bedeuten, dass wir die dann auch wieder vermasseln können.

Nein, unser Ostern wird anders sein. Größer, herrlicher – aber vor allem anders.

Wir erliegen oft der Gefahr, uns alles viel zu plastisch und zu einfach vorzustellen. Der Himmel als ein großer Thronsaal, der liebe Gott als alter Mann mit weißem Bart, der Heilige Geist als weiße Taube und so weiter. Und wenn wir glauben, innerlich erwachsen zu werden, dann machen wir uns frei von diesen Bildern. Wir wissen, dass das alles gar nicht so ist und rücken dann alles so weit weg, dass nichts mehr bleibt, was wir kennen.

Gott – der ganz andere. Der Himmel – unvorstellbar.

Da ist es erstaunlich, dass die Kirche in ihrem Glauben an ganz konkreten Überzeugungen festhält, einen schon fast kindlichen Glauben bewahrt: Wir werden auferstehen – mit unserem Leib. Nichts anderes beten wir regelmäßig im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches - so heißt es zumindest im Original. Wir werden auferstehen in unserem Leib. Das hat was mit meinem Leben zu tun als erlöster Mensch mit Leib und mit Seele.

Die Evangelien legen viel Wert darauf, dass Jesus nach seiner Auferstehung mit den Jüngern gegessen hat. Die Verbindung Himmel und Erde ist hier erfahrbar und sichtbar. Der auferstandene Christus schenkt uns den Zugang zum Himmel.

So wird der Himmel für uns nicht nur einfach anders sein, er wird sehr viel mit unserem Leben hier zu tun haben. Dafür gibt es in unserem Leben einfach zu viel Himmlisches. Gott hat diese Welt als sehr gute Welt geschaffen. Alles Gute unseres Lebens hat Bestand.

Der Osterglaube hat positive Auswirkungen auf mein Leben: Gott und die Menschen zu genießen – sich an ihnen zu erfreuen – das wird der Himmel sein.

Ich kann mich nicht nur jetzt schon auf den Himmel freuen, ich kann ihn auch jetzt schon erfahren! Mein Leben hat eine himmlische Dimension, was ich tue und fühle, sind echte Vorboten.

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden! Das ist die Botschaft, die uns geschenkt ist.

Zusammen mit den Mitgliedern unseres Pastoralteams und den Beschäftigten in den Pfarrbüros wünsche ich Ihnen die Erfahrung, dass der auferstandene Herr uns ganz nahe ist und dass das Leben, sein Leben, uns geschenkt ist.

Pfr. Anton Heinz
Pfarrvikar, Klinikseelsorger