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Ministrantenlexikon N-P

Navikular

(lat. naviculum = Schiffchen) Das Gefäß, in dem die Weihrauchkörner aufbewahrt werden, nennt man Schiffchen. Nach seinem lateinischen Namen heißt derjenige Ministrant, der es trägt, Navikular.

Novene

(lat. novem = neun) Nach der Heiligen Schrift verharrten Maria und die Apostel während der 9 Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten im Gebet. Deshalb feiert man diesen Zeitraum auch heute noch mit besonderen Gebeten.

NT

Abkürzung für Neues Testament, Teil der Bibel

Nunc dimittis

Lateinische Anfangsworte des Lobgesangs des Simeon. Wird in der Komplet und bei Begräbnisfeiern gebetet.

Offertorium

(lat. offerre = herbeitragen) Gabenbereitung

Ökumene

(griech. oikumene = allumfassend) Bewegung innerhalb aller christlichen Kirchen, die versucht, die Grenzen und Hindernisse zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Konfessionen abzubauen.

Oktav

(lat. octo = acht) Die 8 auf Weihnachten und Ostern folgenden Tage.

Oration

(lat. oratio = Gebet) Liturgische Gebete. In der Meßfeier gibt es das Tages-,

Gaben- und Schlußgebet.

Ordinarium

(lat. ordinarius = gewöhnlich) Sammelbezeichnung für die unveränderlich bleibenden Gesangsteile der Messe: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei.

Organist

siehe Kantor, Spielt die Orgel und ist für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich

Orgelbuch

und Kantorenbuch für Organist und Kantor

Ornat

Feierliche Amtskleidung

Osterfestkreis

Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Pfingstsonntag, mit den heiligen Tagen Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern im Mittelpunkt

Osterfeuer

In der Osternacht erhalten die Gläubigen am Eingang der Kirche eine Kerze, und in vielen Gemeinden brennt ein Osterfeuer, an dem dann die Osterkerze, als Zeichen des auferstandenen Christus entzündet wird. In der Lichtfeier, dem ersten Teil der Osterfeier, werden dann von der Osterkerze ausgehend die Kerzen der Gläubigen entzündet.

Ostern

Halleluja, Jesus ist auferstanden - deshalb wird in jedem Gottesdienst von Ostern bis Pfingsten das "Halleluja" gebetet und gesunden. Ostern ist das höchste und wichtigste Fest der Christenheit, nicht Weihnachten, wie häufig vermutet. Ostern ist das Hochfest der Auferstehung des Herrn und das älteste aller christlichen Feste. „Es ist das Fest der Feste, die Feier der Feiern. Es überstrahlt alle Feste, die für Christus gefeiert werden, wie die Sonne die Sterne überstrahlt.“ (Gregor von Nazianz) Die Feier der Osternacht ist eine Nachtfeier, in der der Übergang vom Tod zum Leben gefeiert wird, von der Klage zum Tanz, von der Trauer zur Freude: Gott hat seinen Sohn aus der Tiefe und dem Reich des Todes herausgeholt. Die Ostersonne, Jesus Christus, geht auf („das neue Morgenrot erglüht...“) und überstrahlt (schon jetzt) all unsere Dunkelheiten, Ängste und Sorgen. Dafür dürfen wir Gott singen und spielen, wir dürfen fröhlich sein und seinen heiligen Namen preisen – Halleluja! All die schönen Osterlieder besingen immer wieder dieses Festgeheimnis in Freude und Jubel und das hat auch einen Grund: „Zum Leben werden wir erstehn, freu dich und singe! Und unsern Heiland ewig sehn, alleluja! Sing fröhlich alleluja!

Osternacht

Die Feier der Osternacht gliedert sich in vier Teile (Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier, Eucharistiefeier):

Lichtfeier: In der Lichtfeier werden das Osterfeuer und die Osterkerze gesegnet. Anschließend wird die Osterkerze in die Kirche getragen. Jesus Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega, ist das Licht und vertreibt die Dunkelheit des Todes. Das Exsultet besingt nochmals diese heilige Nacht, in der das große Heilswirken Gottes von der Befreiung des auserwählten Volkes aus der Knechtschaft in Ägypten bis zur Auferstehung Christi in Erinnerung gerufen wird.

Wortgottesdienst: Im Wortgottesdienst wird die ganze Geschichte des Heils von der Erschaffung der Welt bis zum Evangelium von der Auferstehung verkündet: Christus ist erstanden, Halleluja. Er ist den Jüngern erschienen, Halleluja.

Tauffeier: Die Tauffeier besteht, je nach Umständen, aus drei Teilen: Segnung des Taufwassers, Spendung der Taufe und Erneuerung des Taufversprechens. Taufe und Ostern sind eng miteinander verbunden, denn seit dem 3./4. Jahrhundert ist Ostern der Tauftag der Frühen Kirche. In der Taufe wird der Mensch mit hineingenommen in das österliche Geheimnis des Todes und der Aufweckung Jesu Christi. Das liebende „Ja“ Gottes zum Menschen wird erwidert in der Erneuerung des Taufversprechens: „Ja, ich widersage. Ja, ich glaube“.

Eucharistiefeier: Nun kann die festliche Eucharistiefeier beginnen, die alles zusammenfasst. Die Gemeinde versteht sich als gerettete Heilsgemeinde, die Anteil erhält am Pascha-Mysterium, des Übergangs vom Dunkel zum Licht, vom Tod zur Auferstehung, von der Todverfallenheit zum ewigen Leben.

Ostervirgil

Gottesdienst in der Osternacht

Osterzeit

Sie ist eine der ältesten Bausteine des Kirchenjahres und reicht von der Osternacht bis Pfingsten. Man feiert Ostern nicht nur ein oder zwei Tage, sondern 7 mal 7 Tage. So groß ist das Fest. Während der ganzen Osterzeit brennt in jedem Gottesdienst die Osterkerze. Nach Pfingsten normalerweise nur noch bei einer Taufe oder Beerdigung. 50 Tage dauert die Osterzeit. Diese Zeit ist mit einem Weg zu vergleichen: Auf diesem Weg („Auferstehungsweg“) darf sich das Geheimnis des Osterfestes und die Freude über den Auferstandenen (in uns) entfalten. In den Lesungen erfährt die Sonntagsgemeinde vom Leben, Zeugnis und Wachstum der Urkirche (Apostelgeschichte). Die Osterevangelien (Lukas bzw. Johannes) erzählen von Begegnungen des Auferstandenen mit seinen Jüngern: „Jesus ist auferstandenen und erschienen“. Abschnitte aus der Hirtenrede und den Abschiedsreden Jesu prägen die letzten Sonntage vor Pfingsten.

Palla

Quadratisches, festes Leintuch, mit dem der Kelch bedeckt wird Ursprünglich war die Palla ein Teil des Korporale, wurde aber später von diesem abgetrennt.

Palmsonntag

Der Palmsonntag, Sonntag vor Ostern, steht am Beginn der Karwoche. An diesem Tag gedenken wir des Einzugs Jesu in Jerusalem (Joh. 12,12-16) und seiner Passion (Mk 14,1-15,47). So wie Jesus damals in Jerusalem einzog und als König gefeiert wurde, so ziehen wir (nach der Segnung der Palmzweige) mit Palmzweigen in die Kirche ein. Wir bekunden öffentlich: Jesus Christus ist unser König. Ihm wollen wir in Glaube und Liebe folgen.

Das geschmückte Vortragekreuz führt die Palmprozession an, ein Hinweis darauf, dass die Stimmung in Jerusalem damals umschlug. Tage später schrieen die gleichen Leute, die Jesus freundlich begrüßten: „Ans Kreuz mit ihm“. Wir wissen, der Triumphzug endete erbärmlich am Holz des Kreuzes. Auch die Nachfolge Jesu kann manchmal sehr mühsam sein.

Der Wortgottesdienst greift den Leidensweg des Herrn auf: Je nach Lesejahr wird die Passion nach Matthäus (A), Markus (B) und Lukas (C) gelesen. Der Tod Jesu und das Begräbnis schließen die Passion ab. Die Atmosphäre des Gottesdienstes liegt in einer gewissen Spannung zwischen Leben, Tod und österlicher Auferstehungsfreude. Gebete (euch. Hochgebet) und Lieder (Hosanna-Rufe) sind ein Beleg dafür.

Paramente

Liturgischen Kleidungsstücke und Altartücher, die den Gottesdienst von anderen Versammlungen abheben soll.

Passion

(lat. passio = Leiden) Das Leiden und der Tod Christi. Sie wird zunächst am Palmsonntag und abschließend am Karfreitag anstelle des Evangeliums mit verteilten Rollen gelesen.

Pastoralreferent und Gemeindereferent

Arbeitet in vielen Bereichen der Gemeinde mit und kann in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sein oder in der Sakramentvorbereitung, z.B. Erstkommunion, Firmung usw.; Krankenbesuche, Gesprächsgruppen und Mitwirkung im Gottesdienst können ebenfalls zu den Aufgaben gehören

Patene

(lat. paratus = zubereitet) Dient heute dazu, die Hostie des Priesters aufzunehmen. Sie wird deshalb mit dem Kelch zusammen für die Feier bereitgehalten, vergoldeter Teller für eucharistisches Brot

Pater noster

(lat. = Vater unser) Lateinische Anfangsworte des Vater Unsers.

Patron

(lat. patronus = Schutzherr) Mit der Namengebung bei der Taufe sollte jedes Kind normalerweise einen Schutz- oder Namensheiligen erhalten, den Schutzpatron. Auch Kirchen werden auf den Namen eines Heiligen geweiht, er ist der Patron der Kirche und Pfarrgemeinde.

Patrozinium

Festfeier der Schutzheiligen einer Kirche und Pfarrei.

Perikope

Abschnitt aus der Heiligen Schrift

Pfarrer

Priester, der eine Gemeinde leitet. Er ist für die Seelsorge und die Sakramentsspendung verantwortlich und nebenher noch "Manager" der Gemeinde. Kaplan und Diakon können ihm dabei helfen. Weitere Mitarbeiter sind Gemeinde- oder Pastoralreferenten und ev. eine Pfarrsekretärin.

Pfarrgemeinderat

Von den Mitgliedern der Pfarrei gewähltes Gremium, dem auch die hauptamtlichen Mitarbeiter der Pfarrei angehören. Es kümmert sich in verschiedenen Ausschüssen um die pastorale Arbeit und das Gemeindeleben in der Pfarrei.

Pfingsten

Am 50. Tag nach Ostern (=Pentekoste, griech.) feiert die Kirche das Pfingstfest. Es nimmt die Sendung des Heiligen Geistes in den Blick (Apg 2, 1-11). Gleichzeitig rundet das Fest die Osterzeit ab (Joh 20,19-23): „Jesus Christus, der Auferstandene, lebt. ER sendet uns seinen heiligen, lebendig machenden Geist, der uns befähigt, in ihm und aus ihm zu leben Halleluja.“

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Durch die Herabkunft des Heiligen Geistes finden die Jünger Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und von ihren Erfahrungen mit dem Auferstandenen zu berichten. Viele Menschen schließen sich ihnen an, es entstehen erste Gemeinden, in denen sich christliches Leben entwickelt. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Der Geist ist es, der große Kraft und vielfältige Gaben schenkt. Paulus spricht von den vielfältigen Gnadengaben, die alle von einem Geist durchdrungen sind, vom Geist Jesu Christi. Diese Gaben, Fähigkeiten und Eigenschaften werden dem einzelnen gegeben, damit er anderen nutzen kann (vgl. 1 Kor 12,4-11). Über all diese Gnadengabe setzt Paulus die Liebe. (1 Kor 13).

Pfingstnovene

„Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.“ Die Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sollen in Anlehnung an Apg. 1,14 auf die Herabkunft des heiligen Geistes vorbereiten: „Sie alle (die Apostel) verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.“ Die kirchliche Tradition kennt sieben Gaben des heiligen Geistes, um die die versammelte Gemeinde bittet: der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit und der Geist der Gottesfurcht.

Pluviale

(auch Rauch- oder Chormantel) Das liturgische Obergewand des Priesters bei kirchlichen Handlungen außerhalb der Messfeier, z.B. Segnungen, Taufe, Trauung, Andachten.

Priester

Er ist der vom Bischof geweihte (Sakrament der Weihe) Nachfolger der Apostel (wie der Bischof selbst auch) Er leitet die Messe. Es gibt drei Stufen der Weihe - Diakon, Priester, Bischof.

Pontifikalmesse

(lat. pontifex = Hoherpriester) Messfeiern, die ein Bischof oder Abt zelebriert. Sie unterscheiden sich im Ablauf kaum von anderen Messfeiern, jedoch sind für die Ministranten einige Änderungen zu beachten. So wird auch ein Mitra- und Stabträger gebraucht.

Präfation

(lat. = Vorrede) Leitet den Kanon, das Hochgebet der Messfeier, ein. In diese Danksagung und den Lobpreis fällt die Gemeinde mit dem gemeinsam gesungenen Sanctus ein.

Predigt

In der Predigt spricht der Priester, Kaplan oder Diakon über das, was vorher in den Lesungen und aus dem Evangelium, also aus der Bibel, gelesen wurde und darüber, was es für das Leben des Christen bedeutet.

Primiz

(lat. primitus = erstmals) Feier der ersten Messe, die ein Neupriester (meist in der Heimatpfarrei) nach seiner Priesterweihe feiert, und der dazugehöriger Feierlichkeiten. Nach der Primizmesse spendet der Neupriester allen Gläubigen der Primizsegen, seinen Erstlingssegen.

Prozession

Es ist eigentlich ein Gehen, aber gleichzeitig ein Zeichen, das der Christ unterwegs ist. An Fronleichnam begleiten die kath. Christen den Priester, derden Leib des Herrn durch die Straßen trägt.

Psalmen

Teil des Alten Testaments. Die 150 Psalmen sind eigentlich Lieder, die heute von Christen besonders im Stundengebet gebetet oder gesungen werden.

Purifizierung

Reinigung der liturgischen Gefäße.

Pyxis

Dort werden konsekrierte Hostien aufbewahrt, die zu den Kranken getragen werden sollen. Es ist eine Art Tellerchen mit einem verschraubbaren Behälter für eine oder mehrere Hostien.