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Fastenzeit—Eine Challenge fürs Leben

Andreas Roderer
Datum:
Veröffentlicht: 1.2.26

Am 18. Februar beginnt die Fastenzeit. In den Tagen davor macht man sich oft Gedanken, was man sich für die Fastenzeit vornimmt und auf was man verzichten möchte. Am besten erzählt man jemanden von seinen Vorsätzen. Mit einem Fastenversprechen schafft man es bestimmt besser. Und dann beginnt die Challenge – 40 Tage Spaß und Freude Ade. Aber ist das wirklich der Sinn der Fastenzeit?

Der Startschuss der Challenge beginnt beim Aschermittwochsgottesdienst, wenn einem Asche auf den Kopf gestreut wird und dazu die Worte Jesu gesprochen werden: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Im griechischen Originaltext steht für „Kehrt um“ das Wort metanoeite. Gemeint ist damit sogar noch mehr als eine Umkehr, es geht um ein Umdenken, eine wirkliche Sinnesänderung.

1. Challengeaufgabe: Mit der richtigen Haltung herangehen - Eine Haltung, die beim „Umdenken“ hilft, ist die Demut. Ein demütiger Mensch ist ein Mensch mit De-MUT. Mut, die eigenen Fehler einzugestehen, Mut, sich selbst Gutes zuzutrauen, Mut, Gott zu vertrauen. Das ist doch eine gute Motivation für die Herausforderung.

2. Challengeaufgabe: Eintauchen in die Tiefe - Mit der richtigen Haltung merkt man schnell, dass der bloße Verzicht auf etwas nur die Oberfläche ankratzt, von dem, was ich mir eigentlich für mein Leben, für mein Miteinander und für meinen Glauben erhoffe. Die Wirklichkeit ist stets mehr als das, was du siehst, hörst und erkennst! Es heißt also Eintauchen und sich in den Tiefen des eigenen Ichs auf die Suche zu machen – vielleicht auch auf die Suche nach dem Göttlichen in mir.

3. Challengeaufgabe: Anders leben - Nach dem Eintauchen, muss man auch wieder in die äußere Welt auftauchen. Das heißt aus einer Haltung heraus neu leben. Machen Sie sich beispielsweise immer wieder bewusst, dass Ihr Gegenüber mehr ist als sein Beruf, sein Aussehen oder seine Meinung. Oder vertrauen Sie alles, was nicht in Ihrer Macht steht, Gott an.

Der Gewinn dieser Challenge - Wer diese Challenge annimmt, für den kann die Fastenzeit zu einem Neuanfang werden. Denn wer demütig durchs Leben geht, der sieht die Welt mit anderen Augen und entwickelt einen Blick für das Schöne und Gute. Der Aschermittwoch ist dann nicht die Spaßbremse – im Gegenteil: Er ist der Beginn einer Freude, die einem der Glaube schenkt.

So wünsche ich einen guten Start und viel Ausdauer für die kommende Fastenzeit.

Euer Andreas Roderer
Gemeindereferent