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Kath. Seelsorgebereich Frankenwald:25 Jahre im Dienst des Herrn

Priesterweihe am 30.06.2001 in Bamberg mit Erzbischof Dr. Karl Braun
Datum:
Veröffentlicht: 11.7.26
Von:
Susanne Deuerling

Dekan Detlef Pötzl feiert sein silbernes Priesterjubiläum – seine Entscheidung hat er nie bereut.

Die einen feiern Silberhochzeit, die anderen Arbeitsjubiläum und Detlef Pötzl freut sich über sein 25-jähriges Priesterjubiläum. 25 Jahre im Dienst der Kirche heißt 25 Jahre im Dienst Gottes und der Menschen. Zum Ausdruck bringt es auch sein „Jubiläumsbildla“, wo sich auf dem Titelbild ein Pfarrer oder auch Ministrant an einer Laterne über eine hohe Mauer schwingt. „Mauern überwinden und Menschen begegnen“ – das kann Detlef Pötzl nun schon seit 25 Jahren. Geweiht wurde er am 30. Juni 2001 in Bamberg durch Erzbischof Dr. Karl Braun zusammen mit Michael Dotzauer und Dr. Norbert Jung. Nun ist es an der Zeit, Vergelt’s Gott zu sagen für die geschenkte Zeit, die vielen Begegnungen und die Wegbegleitung.

Kindheitsträume

Als Kind hatte Detlef Pötzl den Wunsch, Tierarzt zu werden. Aber nach einem einschneidenden Erlebnis in einer Tierarztpraxis fand er das nicht mehr so toll. Während der Schulzeit und noch vor dem Abitur war für ihn eine Lehrerkarriere eine Möglichkeit, sein Leben weiter zu gestalten. Aber auch dies schien nicht das Richtige für den jungen Mann aus Nordhalben zu sein. Und weil er schon immer seinen eigenen Kopf hatte, fand er nach dem Abitur sozusagen seine Berufung. „Ich studiere Theologie und werde Priester“, und das ist er bis heute wirklich mit viel Herzblut und Aufopferung. Ein junger Christ hat einmal gesagt, wenn es mehr solche Pfarrer gäbe, wären mehr Menschen in der Kirche. Da mag was dran sein, denn „der Pfarrer Pötzl“ kann es schon mit den Leuten. Seine Art und das aufeinander zugehen, seine Kompetenz in fast allen Fragen und seine Erfahrung sowohl als Jugendseelsorger als auch als Lehrer im Religionsunterricht kommen ihm da natürlich zugute.

Als er vor 30 Jahren ins Priesterseminar nach Bamberg gegangen ist, gab es keinen Druck von zuhause oder aus dem Ort. „Du musst wissen, was du willst“, so die allgemeine Meinung. Und er wusste es, obwohl die vielleicht wichtigste Frage in seinem Leben war „Will oder kann ich ohne eigene Familie leben“? Das wollte gut überlegt sein, aber für Detlef Pötzl gab es da nie eine Zeit, wo er den Schritt ins Priestertum mit allen Konsequenzen bereut hätte. Was wäre heute anders, wäre es jetzt leichter oder schwerer, diesen Schritt zu tun? „Ich glaube, viele würden es nicht verstehen, aber trotz der Veränderungen und Enttäuschungen in der katholischen Kirche würde ich diesen Beruf auch jetzt sofort wieder wählen“, das ist sich der Jubilar ganz sicher. Für ihn ist die Kirche wie eine Heimat, nicht immer perfekt und es läuft auch nicht alles rund. Aber es gibt auch viele schöne Geschichten, wenn sich Männer und Frauen mit vollem Herzen für ihren Glauben engagieren, wenn Kinder und Jugendliche den Dienst in der Kirche gerne machen und bei den Aktivitäten dabei sind oder auch wenn einer nur einmal sagt, das war ein schöner Gottesdienst, der mir viel gebracht hat. Stolz ist natürlich auch seine Mutter auf ihren „Bu“, sein Vater ist leider vor zwei Jahren verstorben, Detlef hat noch einen älteren Bruder Markus und war das Nesthäkchen der Familie Pötzl.

Missbrauchsfälle erschüttern auch die Kirche vor Ort

Die Kirche im Ganzen ist so menschlich, wie jeder einzelne, der darin wirkt. Das musste auch Dekan Detlef Pötzl in seinem Dekanat Kronach erfahren. Die Missbrauchsfälle in Wallenfels durch den Pfarrer Dieter Scholz, der von 1972 bis 1995 dort tätig war, erschütterten natürlich auch den Dekan. Für ihn ist das erschreckend und er hätte sich vor 25 Jahren so etwas, vor allem in diesem Ausmaß, nicht vorstellen können. „Die Taten und Täter müssen aufgedeckt werden, auch wenn es für viele schmerzhaft ist. Aber damit muss man auch leben können“, so Pötzl. Damit leben können, das ist nicht leicht, nicht für die Betroffenen, aber auch nicht für die Priester, die sich nie was zu Schulden kommen lassen. „Die Kirche hat…“ ist gleich gesagt, aber es sind viele Pfarrer im Amt, die diese Vorfälle aufs Schärfste verurteilen. Der zweite Fall hier im Oberen Rodachtal mit Pfarrer Rudolf Scharf, der seinen Ruhestand in Wolfersgrün verbringt, ist auch irgendwie delikat. Die Pfarrei feierte mit ihm sein goldenes Priesterjubiläum, was einen lokalen Skandal auslöste. Für Detlef Pötzl sind dies Vorfälle, die nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfen. Aber man muss auch Rücksicht auf die Opfer nehmen, die nicht in die Öffentlichkeit wollen, die damit abgeschlossen haben.

Wie stellte er sich die Zukunft der Kirche in Bezug auf Frauenpriesterschaft oder Aufhebung des Zölibats vor? Für Detlef Pötzl wäre dies durchaus vorstellbar, denn es braucht Priester und ob das dann Männer oder Frauen sind, ist zweitrangig. Aber das passiert nicht von heute auf morgen, die Zeit ist noch nicht reif. Und das Zölibat ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen sollte, auch wenn es geändert würde. Im Zeichen der heutigen Zeit, wo Kirchenaustritte an der Tagesordnung sind, wird so eine Umstrukturierung sicher nicht alles sofort zum Besseren wenden. Viele treten aus wegen der Kirchensteuer oder kommen mit dem „Bodenpersonal“ nicht zurecht. Es fehlt ihnen die Transparenz in der Institution Kirche, sie vergessen oft, dass viele soziale Leistungen wie Caritas, Tafeln oder soziale Einrichtungen von der Kirche finanziert werden. Eine Entfremdung ist die Folge und die Skandale in den letzten Jahren tun ihr Übriges.

Viele Veränderungen in den 25 Jahren

Dekan Detlef Pötzl hat sich in den letzten 25 Jahren mit vielen Veränderungen auseinandersetzen müssen und wollen. Als Kaplan wirkte er von 2001 bis 2005 in Kronach, wo er auch in den beiden Realschulen Religionsunterricht gegeben hat. „Anscheinend war ich da so gut, dass mich der damalige Erzbischof Ludwig Schick als Leiter des Jugendamtes der Erzdiözese berufen hat. Ich war dann Diözesanjugendpfarrer, BDKJ-Diözesanpräses und Jugendpfarrer auf Burg Feuerstein“, sagt Pötzl nachdenklich, aber stolz. 2017 wurde er Pfarrer in Teuschnitz, Tschirn, Wickendorf und Marienroth und Dekan des Dekanats Teuschnitz. Seit dieser Zeit ist er auch als Jugendseelsorger im Haus „Am Knock“ tätig und dies mit sehr viel Elan. Im letzten Jahr fand die Begeisterung für die Jugend einen Höhepunkt, denn die „Highlandgames“ beim Ministrantentag in Hirschfeld zeigten einen Pfarrer auf Augenhöhe, der sich auch mal als Schotte verkleidet den Spielen stellte. Ein Spaß für Klein und Groß.  

Auch im Frankenwald gab es Veränderungen, das Dekanat Teuschnitz wurde mit Kronach zusammengelegt, es gab neue Seelsorgebereiche und auch für Pötzl neue Herausforderungen. Nun war er seit 2019 auch noch Pfarrer in Posseck, Gifting, Pressig, Welitsch, Rothenkirchen und Förtschendorf und seitdem Leitender Pfarrer des kath. Seelsorgebereiches Frankenwald. Wie er das in den 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche unter einen Hut bringt, bringt so manchen zum Kopfschütteln. „Man muss die Menschen mögen“, sagt der Priester gelassen, dann klappt das auch. Und weil er so ein gutmütiger Mensch ist, hat er nach dem Weggang von Pater Jan Poja auch noch Wallenfels übernommen, allerdings hält er hier nur in der Stadt die Gottesdienste, die Ortsteile versorgt Pfarrer Richard Reis aus Steinwiesen mit. Und da sind auch noch die zahlreichen Termine weg von seinen Pfarreien, da hält er Taufen und Hochzeiten auch mal bei früheren Schülern und Bekannten. Eine kleine Anekdote erzählt er immer mal wieder. Seinen 30. Geburtstag hat er 2005 beim Jugendtag in Köln gefeiert und „stellt euch vor, sogar der Papst ist gekommen“.

Programm zum Jubiläum

Für sein 25jähriges Priesterjubiläum hat sich Dekan Detlef Pötzl auch was ganz Tolles einfallen lassen. Jedes Jahr gibt es im Jugendbildungshaus „Am Knock“ einen Open Air Gottesdienst. Dieser wird in diesem Jahr mit dem Jubiläum verknüpft und findet am Sonntag, 19. Juli um 14.00 Uhr beim Amphitheater „Am Knock“ statt. Musikalisch wird der Gottesdienst von den „angels“ aus Wallenfels umrahmt. Nach dem Gottesdienst unterhält die Stadtkapelle Teuschnitz und für das leibliche Wohl ist dabei bestens gesorgt. Es gibt Spielangebote für die Kinder und sicher gute Gespräche für alle. Ab 11.30 Uhr gibt es auch Mittagessen, es stehen verschiedene Gerichte zur Auswahl, Bestellungen bis 10. Juli unter der Nummer 09268/913160.